Die Hyäne

Markus Krajewski und Harun Maye (Hrsg.), Die Hyäne. Lesarten eines politischen Tiers, diaphanes Verlag, Zürich, Berlin, 2010, 120 Seiten, ISBN ISBN 978-3-03734-136-0

Kurzbeschreibung

Die Hyäne gilt in traditionellen Deutungen als ein Zwitterwesen, dessen Mannweiblichkeit nicht nur eine klare zoologische und heilsgeschichtliche Zuordnung unterläuft, sondern auch für den unsteten und hinterlistigen Charakter dieses Landraubtiers einsteht. Homosexualität, Unreinheit und die Zerrüttung des Gemeinwesens sind nur einige der Lesarten, die mit ihr in Verbindung gebracht worden sind. Die Hyäne ist somit ein eminent politisches Tier, das Naturkundler, Wissenschaftler und Schriftsteller gleichermaßen fasziniert hat.

Anhand der mittelalterlichen Kunst der Schriftauslegung, dem vierfachen Schriftsinn, wird die Hyäne einer sorgfältigen Analyse unterzogen, und zwar mit einem genauen Blick auf ihre Beschreibung in Brehms Tierleben (1863–1869). Im Geist dieser Lesarten erfährt Brehms abgründiger Artikel vier ebenso eingehende wie unterhaltsame Lektüren, die jenes Tier der Nacht in seiner historischen, allegorischen, tropologischen und anagogischen Bedeutung auslegen.

Mit Photographien von Pieter Hugo und Texten von Alfred Brehm, Markus Krajewski, Harun Maye, Bettine Menke, Bernhard Siegert und Harald Schmidt.

»Es gibt wenige Thiere, deren Kunde mit so vielen Fabeln und abenteuerlichen Sagen ausgeschmückt worden wäre wie die Geschichte der H i ä n e n …« (Brehms Tierleben)

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 45, 23. Februar 2011
Christian Geyer, Gelegenheitskannibalen aus dem Prekariat des Tierreichs

die tageszeitung, 17. März 2011
Cord Riechelmann, Hyänen lieben heiß und innig